Verhalten am Bach

Verhalten am Bach für Tenkara-Fischer

Tenkara-Fischer bewegen sich häufiger an relativen kleinen Gewässern und ihre Zielfische sind häufig Salmoniden. Wie im Betrag über die Sinnesorgane der Fische bereits angemerkt, ist uns der Fisch in punkto Sinnesleistungen in der Regel überlegen. Unser Verhalten bestimmt daher den Fangerfolg. Dies gilt besonders für kleine und besonders klare Gewässer.

Wir geben daher ein paar Tipps wie man sich am Wasser optimal verhält:

  • Am Wasser sind alle unnötigen Geräusche unbedingt zu vermeiden. Achtet bittet darauf wohin ihr tretet. Jeder trockene Ast verursacht ein Geräusch wenn jemand darauf tritt. Steine können ins Rollen kommen und dabei andere Steine anstoßen. Für die empfindlichen Seitenlinienorgane sind solche Geräusche deutlich wahrnehmbar, auch wenn sie von außerhalb des Wassers kommen.
  • Wer die Forelle sehen will bevor sie ihn entdeckt muss sich langsam und gleichmäßig bewegen. Die Arme sollten locker herab hängen und der Kopf nicht unnötig und/oder ruckartig bewegt werden. Auch die Rute wird – während sie nicht im Einsatz ist – so flach wie möglich gehalten. In einem 10° Fenster ist man halbwegs sicher.
  • Sucht euch ausreichende Deckung, wenn ihr ans Wasser tretet. Ein Busch, ein Baum, Schilf, hohes Gras oder ein Felsen kann helfen. Steht keine Deckung zur Verfügung, bleibt gebückt und nähert euch dem Wasser nur so weit wie nötig. Beginnt erst mit dem Fischen wenn die optimale Position erreicht ist.
  • Vermeidet auffällige und bunte Kleidungsstücke. Optimal sind Tarnfarben und/oder Farben, die ihr in der Natur findet.
  • Achtet darauf keinen Schatten auf das Wasser zu werfen, also bitte immer die Sonne im Auge halten.
  • Brillenträger sollten sich bewusst sein, dass die Brillengläser Lichtreflexe verursachen können. Hier kann eine Kopfbedeckung wie Hut oder Kappe helfen.
  • Polarisationsbrillen (Polbrillen) können helfen einen Teil der Reflexionen auf dem Wasser zu neutralisieren. Dadurch können Fische besser und früher ausgemacht werden.
  • Forellen stehen mehr oder weniger mit Ihrem Kopf in der Strömung. Dadurch können sie potentielle Beute – die das Wasser auf sie zuträgt – früher erkennen. Hinter sich haben sie aufgrund der Ausrichtung ihrer Augen einen toten Winkel. Wer sich stromaufwärts bewegt hat also einen gewissen Vorteil und wird vom Fisch später gesehen.

 

Fazit

Natürlich benötigt ein Tenkara-Fischer Platz zum Werfen. Hinter Büschen und unter Bäumen wird man sich natürlich schwer tun. Hier muss ein Kompromiss zwischen Deckung und Werfen gefunden werden. Wer sich dem Gewässer leise und unauffällig nähert ist aber erst mal klar im Vorteil. Zum Werfen müssen wir die Deckung dann teilweise verlassen. Orientiert euch in der Deckung und sucht geeignete Stellen. Im Zweifelsfall fischt man in gebückter Haltung, so weit wie möglich vom Wasser entfernt. Letztlich muss man sich wohl damit abfinden, dass es Gewässerabschnitte gibt die mit der Tenkara-Rute nicht oder nur mit viel Übung gefischt werden können.

Ein 10 Grad Fenster bietet dem Tenkara-Fischer etwas Schutz